Shimano hat zuletzt vor allem die Deore XT elektronisch weiterentwickelt. Seit Juni 2026 gibt es die Deore in einer neuen, rein mechanischen Generation, mit Bowdenzug statt Akku und Funkverbindung. Für alle, die ein solides Mountainbike oder Trekkingrad ohne Elektronik wollen, ist das eine gute Nachricht. Der Grund dafür sind die Ersatzteilpreise.
Was Shimano im Juni vorgestellt hat
Am 15. Juni 2026 hat Shimano die mechanischen Deore-Gruppen M6200 und M7200 gezeigt. Mechanisch heißt hier: Ein Stahlseil in einer Hülle zieht das Schaltwerk, ausgelöst vom Daumen am Schalthebel. Kein Akku, keine Verbindung, die sich koppeln muss, keine Firmware. Wenn eine solche Schaltung nicht mehr sauber trifft, liegt es meistens am Zug, an der Zughülle oder am verbogenen Schaltauge. Das lässt sich richten.
Zwölffach oder elffach – und neue Bremsen dazu
Die Hyperglide+-Variante schaltet zwölffach. Die Kassette, also das Ritzelpaket am Hinterrad, reicht von 10 bis 51 Zähnen und ist mit 10-12-14-16-18-21-24-28-33-39-45-51 abgestuft. Das kleinste Ritzel hat zehn Zähne, das größte 51. Je größer das größte Ritzel, desto leichter tritt sich der Berggang – im Lavanttal beginnt die Steigung meistens gleich hinter dem Ortsende.
Daneben steht eine Linkglide-Variante. Diese schaltet elffach und deckt 11 bis 50 Zähne ab, passend zum Schaltwerk RD-M7230. Ein Ritzel weniger, ein etwas kleinerer Bereich. Welche der beiden an ein bestimmtes Rad passt, hängt an der vorhandenen Nabe und am Schalthebel – das lässt sich am Rad in zwei Minuten feststellen, aus der Ferne nicht.
Zur Gruppe kommen zwei neue Deore-Bremsen. Die M6220 arbeitet mit vier Kolben, die M6200 mit zweien. Vier Kolben drücken mehr Belagfläche an die Scheibe, was bei schweren Rädern und langen Abfahrten zählt. An einem leichteren Trekkingrad im flacheren Gelände reichen zwei.
Die Preise sind das eigentliche Argument
Die unverbindlichen Preisempfehlungen laut Velomotion:
- Schaltwerk RD-M6200: 62,95 Euro
- Schaltwerk RD-M7200 mit Shadow ES: 86,95 Euro
- Kassette CS-M6200: 114,95 Euro
- Kassette CS-M7200: 144,95 Euro
- Schalthebel SL-M6200: 37,95 Euro
- Kurbel FC-M6200: 110,95 Euro
- Bremsensets: 114,95 bis 164,95 Euro
Ein Schaltwerk, das beim Umfallen des Rads erwischt wird, ist damit ein Ärgernis und kein Grund, über ein neues Rad nachzudenken. Genau das macht mechanische Gruppen im mittleren Preisbereich interessant. Der Schaden bleibt überschaubar, und die Teile sind bekannt. Dazu kommt: Wer einzelne Teile tauschen kann, statt eine ganze Gruppe zu ersetzen, hält ein gutes Rad deutlich länger im Betrieb.
Eine Schaltung ist am Ende so viel wert, wie ihre Ersatzteile verfügbar und leistbar sind.
Was das für Dein Rad heißt
Die Deore ist an vielen Mountainbikes, E-Mountainbikes und Trekkingrädern im mittleren Preisbereich verbaut. In der Werkstatt ist sie deshalb ein häufiges Thema, wenn es um Verschleiß und Umrüstung geht: Kette gelängt, Kassette abgefahren, Schaltwerk verzogen. Dass die mechanische Linie eine neue Generation bekommt, ist für diese Räder die bessere Nachricht als jede Elektronik. Die Bedienung bleibt dieselbe, die Teilelogik bleibt dieselbe, und die Reparatur bleibt eine Sache von Zug, Ritzel und Kette.
Umgekehrt gilt: Eine mechanische Schaltung braucht ein bisschen Pflege. Ein Zug, der über Jahre Wasser und Salz gesehen hat, geht schwer, und das fühlt sich an wie ein Defekt am Schaltwerk. Meistens ist es keiner.
Ab wann Du sie bekommst
Die ehrliche Antwort: Ein konkretes Verfügbarkeitsdatum nennt die Vorstellung nicht. Wann die Teile bei den Großhändlern liegen und ab wann Räder damit ausgeliefert werden, erfahren wir erst vom Vertrieb. Sobald wir es wissen, sagen wir es im Gespräch weiter.
Was Du heute schon tun kannst: nachsehen, was an Deinem Rad verbaut ist, und den Verschleiß einschätzen lassen. Ein Bike-Service kostet bei uns 39 Euro, und in der Regel ist das Rad innerhalb von 24 Stunden fertig. Dauert es einmal länger, bekommst Du ein Leihrad. Fragen zur Schaltung beantworten wir auch am Telefon unter +43 664 243 28 18.




