Der ÖAMTC hat heuer gemeinsam mit Partnerorganisationen 18 aktuelle Kinder-Fahrradhelme geprüft. Das Ergebnis ist in zwei Punkten bemerkenswert: Kein einziges Modell ist durchgefallen, und der beste Helm im Test ist zugleich der günstigste. Für Dich als Elternteil heißt das vor allem, dass der Preis die falsche Sortierhilfe ist.
Kein Modell ist durchgefallen
16 der 18 geprüften Helme bekamen ein „befriedigend“, zwei ein „genügend“. Kein Helm fiel durch. Das ist eine gute Nachricht, aber keine Bestnote. Ein „gut“ oder „sehr gut“ hat kein einziges Modell erreicht.
Die Schlusslichter waren mit jeweils 3,6 der Abus YouDrop und der Melon Urban-Active. Beide haben den Test bestanden, liegen aber am unteren Rand des Feldes.
Der beste Helm im Test ist der günstigste
Testbester wurde ein Modell von Lidl/Crivit für rund 15 Euro. Es hat Reflexionsstreifen und ein integriertes Rücklicht. Das sind zwei Dinge, die auf dem Schulweg im Winter mehr bringen als die meisten Angaben auf einem Datenblatt.
Umgekehrt gilt: Der teuerste Helm im Test, ein POC für rund 100 Euro, lag bei der Stoßdämpfung mit unter den schwächsten Ergebnissen. Ähnlich schnitten die Modelle von Puky und Fischer ab. ÖAMTC-Experte Dominik Darnhofer, der den Test verantwortet, fasst es so zusammen: „Ein hoher Kaufpreis garantiert also keinen besseren Schutz vor Kopfverletzungen.“
Das heißt nicht, dass teure Helme schlecht sind. Es heißt, dass Du am Preisschild nicht ablesen kannst, wie gut ein Helm schützt.
Woran es bei fast allen Helmen hapert
Zwei Kritikpunkte ziehen sich durch den gesamten Test. Der erste ist die Sichtbarkeit bei Dunkelheit. Da ist bei vielen Modellen wenig bis nichts vorhanden, obwohl gerade Kinder im Winter oft in der Dämmerung unterwegs sind.
Der zweite Punkt ist die Stoßdämpfung. Damit ist gemeint, wie viel von der Wucht eines Aufpralls die Helmschale und das Innenmaterial schlucken, bevor sie am Kopf ankommt. Genau dafür ist ein Helm da. Die Tester sehen hier über die Jahre wenig Fortschritt.
Für Dich sind das zwei brauchbare Auswahlkriterien. Reflektierende Flächen siehst Du sofort, wenn Du den Helm ins Licht hältst. Bei der Stoßdämpfung bist Du auf Tests wie diesen angewiesen, weil Du sie im Geschäft nicht prüfen kannst.
Warum Dein Kind beim Helmkauf mitreden sollte
Die Tester empfehlen, Kinder in die Auswahl einzubeziehen. Der Grund dafür ist nüchtern: Passform, Optik und Komfort entscheiden darüber, ob der Helm überhaupt getragen wird. Ein Helm, der zu Hause im Kasten liegt, weil er drückt oder weil er dem Kind nicht gefällt, schützt niemanden.
Ein Helm schützt nur, wenn Dein Kind ihn freiwillig aufsetzt.
Genau das ist auch der Grund, warum wir beim Helm vom Online-Bestellen abraten. Kopfformen sind unterschiedlich. Zwei Helme mit derselben Größenangabe können auf demselben Kopf völlig verschieden sitzen. Das merkst Du erst, wenn das Kind ihn aufhat und den Kopf bewegt.
So gehst Du beim Helmkauf vor
Die Reihenfolge, die sich bewährt hat, ist einfach. Zuerst die Passform, dann die Sichtbarkeit, erst danach der Preis.
- Der Helm sitzt waagrecht, der Rand liegt etwa zwei Fingerbreit über den Augenbrauen. Er rutscht nicht in den Nacken.
- Die Riemen bilden unter dem Ohr ein Y, der Kinnriemen ist so eng, dass ein Finger dazwischen passt.
- Beim kräftigen Kopfschütteln bleibt der Helm da, wo er ist.
- Reflexionsstreifen oder ein Rücklicht sind ein echtes Plus, kein Beiwerk.
- Das Kind sagt, ob der Helm passt und ob es ihn tragen will.
Nach einem Sturz gehört ein Helm getauscht, auch wenn man ihm von außen nichts ansieht. Das Innenmaterial arbeitet beim Aufprall genau einmal.
In Österreich gilt für Kinder eine Helmpflicht. Bis zu welchem Alter genau, hängt davon ab, ob das Kind ein Fahrrad oder ein E-Bike fährt – die Regeln wurden zuletzt geändert und sind beim ÖAMTC nachzulesen. Wenn Du Dir unsicher bist, frag uns im Geschäft. Dann sagen wir Dir, worauf es bei dem Rad ankommt, das Dein Kind fährt, und wo die Regel sauber nachzulesen ist. Du erreichst uns unter +43 664 243 28 18 oder am Grenzweg 11 in St. Stefan.




