Wer Soboth und Weinebene an einem Tag verbinden will, fährt die Koralm-Umrundung. 178 Kilometer, 3.850 Höhenmeter, einmal rund um das Bergmassiv zwischen Kärnten und der Steiermark. Start und Ziel ist der Bahnhof Wolfsberg. Es ist die anspruchsvollste Runde, die Du ohne Autoanfahrt direkt aus dem Lavanttal heraus fahren kannst, gedacht für Rennradfahrer, die lange Tage und große Anstiege gewohnt sind.
Eindrücke von der Strecke
Deine Tour im Überblick
Bahnhof Wolfsberg
Alle Eckdaten zur Strecke auf einen Blick.
Strecke
178km
Höhenmeter
3.850hm
Startpunkt
Bahnhof Wolfsberg
46,84351 N, 14,83879 O
Untergrund
durchgehend Straße, Mix aus kleinen Straßen und etablierten Routen
Passendes Rad
Gut zu wissen
Zwei Passquerungen: Soboth 1.347 m und Weinebene 1.668 m
Der Verlauf
Los geht es am Bahnhof Wolfsberg. Die Runde führt über St. Andrä und Ettendorf nach St. Lamprecht, weiter über die Soboth nach Eibiswald, Wies, Groß Sankt Florian, Kloster, St. Oswald im Freiland und Osterwitz. Von dort folgt der Anstieg auf die Weinebene und von der Passhöhe die Rückkehr nach Wolfsberg. Der größere Teil der Kilometer liegt damit in der Weststeiermark.
Das Talstück zu Beginn führt laut Tourbeschreibung auf einem gut ausgebauten Radweg das Lavanttal hinunter. Das ist der ruhige Teil des Tages. Die Soboth wird danach nicht über die Hauptstrecke angefahren, sondern in einer sehr einsamen Variante über die schmale Straße via St. Lamprecht. Anschließend folgt die Passage am Sobothstausee. Den Hauptgipfel der Koralm fährst Du nicht an – die Runde umrundet das Massiv, sie besteigt es nicht.
Die beiden Pässe
Die Soboth auf 1.347 Metern bringt Dich hinüber, die Weinebene auf 1.668 Metern wieder zurück. Die Weinebene wird auf dieser Runde von Osten angefahren, also von steirischer Seite. Diese Anfahrt gliedert sich in drei Anstiegsabschnitte mit Panoramablick über die Weststeiermark. Der höhere der beiden Pässe kommt damit zuletzt, wenn der größte Teil der Strecke bereits im Bein steckt. Das ist der Punkt, an dem die Runde entschieden wird.
Was die Runde verlangt
3.850 Höhenmeter auf 178 Kilometern sind kein Schnitt, den man nebenbei mitnimmt. Entscheidend ist aber nicht der Durchschnitt, sondern die Verteilung. Die Höhenmeter kommen in zwei großen Blöcken, dazwischen liegen lange Flachstücke, auf denen Du Zeit gutmachen kannst oder eben nicht. Auf der Runde liegt außerdem eine Passage mit einer Durchschnittssteigung jenseits der zehn Prozent. Eine solche Rampe entscheidet darüber, welche Übersetzung Du brauchst – und ob Dir spät am Tag noch ein Gang bleibt.
Eine offizielle Schwierigkeitsbewertung und eine Fahrzeitangabe liegen nicht vor, Angaben zu Einkehrmöglichkeiten an der Strecke ebenfalls nicht. Plane den Tag deshalb großzügig, rechne die Verpflegung selbst durch und nimm Flickzeug und Ersatzschlauch mit.
Auf 178 Kilometern zählen Übersetzung und Sitzposition mehr als die Beinkraft.
Welches Rad passt
Straße von vorne bis hinten heißt: Das ist eine Rennradrunde. Aus unserem Sortiment passen dazu Trek, Wilier, Look, Giant und Cube. Ein Gravelbike geht genauso, wenn Du die etwas breiteren Reifen und die entspanntere Sitzposition magst. Wichtiger als die Kategorie ist bei dieser Distanz, was am Rad hängt.
Erstens die Übersetzung. Zwei Pässe und eine zweistellige Rampe im Programm heißen, dass Du unten am Berg noch Reserve brauchst. Es zählt der kleinste Gang, den Du im letzten Drittel noch hast, nicht der größte. Kompaktkurbel und eine große Kassette sind hier kein Eingeständnis, sondern Planung. Zweitens die Sitzposition. Auf einer Runde dieser Länge zeigt sich jeder Fehler in der Geometrie, meist erst nach Stunden. Genau dafür gibt es bei uns das Bikefitting mit Laservermessung – eine Sitzposition, die auf 40 Kilometern passt, muss auf 178 noch lange nicht passen.
Die Abfahrten nicht unterschätzen
Was Du hinauffährst, fährst Du auch wieder hinunter. Bei 3.850 Höhenmetern bedeutet das zwei lange Abfahrten von Passhöhen über 1.300 beziehungsweise über 1.600 Metern. Bremsbeläge, Bremsflüssigkeit und der Zustand der Laufräder sind damit keine Nebensache, sondern der Teil der Vorbereitung, den man am leichtesten übersieht.
Denk außerdem an Kleidung für oben. Zwischen dem Talboden im Lavanttal und 1.668 Metern auf der Weinebene liegt ein spürbarer Temperaturunterschied, und auf einer langen Abfahrt kühlst Du schnell aus. Eine leichte Weste im Trikot wiegt fast nichts und rettet Dir die letzte Stunde.
So planst Du den Tag
Der Bahnhof Wolfsberg als Start hat einen praktischen Vorteil: Du kommst mit dem Zug hin, und wenn der Tag länger wird als gedacht, kommst Du auch wieder weg. Von St. Stefan aus sind es rund zehn Kilometer bis dorthin.
Wenn Du die Runde zum ersten Mal fährst, zerleg sie gedanklich in zwei Hälften: bis zur Soboth und ab Eibiswald. Beide Hälften haben ihren eigenen Charakter, und in jeder liegt eine Passquerung. Wer sich das vorher zurechtlegt, teilt sich die Kräfte besser ein. Und wer merkt, dass 178 Kilometer heuer noch zu viel sind, fährt die Pässe einzeln – sie laufen Dir nicht davon.
GPX-Track und Höhenprofil sind beim Portal der Cyclist abrufbar. Die Tour wurde dort im Mai 2020 aufgezeichnet. Was seither auf den Straßen passiert ist, ob gebaut wird oder ein Abschnitt gesperrt ist, kann eine Aufzeichnung von damals nicht sagen. Sieh Dir vor der Fahrt die aktuelle Lage an den beiden Passstraßen an, besonders am Rand der Saison.
Und bring das Rad vorher in die Werkstatt. Bremsbeläge, Kette, Reifen und Schaltung sind an einem Tag mit 3.850 Höhenmetern keine Nebensache. Wir sehen uns das an, bevor Du 178 Kilometer weit weg feststellst, dass etwas fehlt. Du erreichst uns in St. Stefan im Lavanttal oder telefonisch unter +43 664 243 28 18.









