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Tipps

Was Du an der Schaltung selbst nachstellen kannst

von Das Rad Oberländer4 min Lesezeit

Kinderrad im Montageständer an der Werkbank von Das Rad Oberländer

Wenn die Schaltung rasselt oder einen Gang nicht sauber nimmt, ist selten etwas kaputt. Meistens hat sich der Schaltzug ein Stück gesetzt. Das lässt sich in wenigen Minuten nachstellen, und zwar von Dir selbst. Wichtiger als die Handgriffe ist dabei die Grenze – der Punkt, an dem Weiterdrehen nichts mehr bringt.

Warum eine neue Schaltung nach ein paar Wochen rasselt

Ein Schaltzug ist ein dünnes Stahlseil in einer Hülle. In den ersten hundert Kilometern setzt sich beides ein wenig. Der Zug wird dadurch eine Spur länger, das Schaltwerk steht nicht mehr genau unter dem Ritzel, und im Antrieb entsteht das bekannte Rasseln.

Genau dafür gibt es die Rändelschraube. Sie sitzt dort, wo der Zug ins Schaltwerk läuft, an vielen Rädern zusätzlich am Schalthebel. Mit ihr spannst Du den Zug nach, ganz ohne Werkzeug. Wenn sich beim Drehen nichts tut, prüf, ob Du an der richtigen drehst – beide wirken auf denselben Zug.

Die Rändelschraube arbeitet in Vierteldrehungen

Gegen den Uhrzeigersinn gedreht nimmt die Rändelschraube Zugspiel auf. Das Schaltröllchen wandert dabei leicht nach innen, in Richtung der größeren Ritzel. Im Uhrzeigersinn gibt sie Zug frei, und das Röllchen wandert nach außen.

Daraus ergibt sich die Einstellung fast von selbst. Nimmt das Rad den Wechsel auf ein größeres Ritzel nur zäh an, drehst Du eine Vierteldrehung gegen den Uhrzeigersinn. Hakt der Wechsel auf ein kleineres Ritzel, drehst Du eine Vierteldrehung im Uhrzeigersinn.

Immer nur eine Vierteldrehung, dann schalten und neu beurteilen. Wer gleich eine halbe oder ganze Umdrehung macht, schießt über das Ziel hinaus und sucht den Fehler danach an der falschen Stelle. Am einfachsten geht das, wenn das Rad im Montageständer hängt und Du die Kurbel mit der Hand drehst. Notfalls tut es auch ein Helfer, der das Hinterrad anhebt.

Eine Vierteldrehung, schalten, beurteilen – und nicht mehr als das auf einmal.

H und L sind keine Feineinstellung

Am Schaltwerk sitzen zwei kleine Schrauben mit den Buchstaben H und L. Sie haben eine einzige Aufgabe. Sie begrenzen den Weg des Schaltwerks nach außen und nach innen, damit die Kette nicht in die Speichen oder in den Rahmen springt.

Die H-Schraube begrenzt den Weg nach außen, zum kleinsten Ritzel. Die L-Schraube den Weg nach innen, zum größten. Beide werden beim Aufbau eingestellt und bleiben danach in Ruhe.

Zur Feineinstellung taugen sie nicht. Wer ein Rasseln über die Begrenzungsschrauben wegzudrehen versucht, verstellt die Sicherheitsgrenzen und hat das eigentliche Problem danach immer noch. Springt die Kette tatsächlich über das kleinste oder größte Ritzel hinaus, sind die Begrenzungen verstellt – und das ist ein Fall für die Werkstatt, weil dabei beide Grenzen gleichzeitig stimmen müssen.

Woran Du merkst, dass Drehen nicht mehr hilft

Die Abbruchregel ist einfach. Wenn nach mehreren Vierteldrehungen kein Gang sauber läuft, ist nicht der Zug das Problem. Dann hörst Du auf zu drehen.

Die häufigste Ursache dahinter ist ein verbogenes Schaltauge. Das ist das kleine Verbindungsstück zwischen Rahmen und Schaltwerk. Es besteht bewusst aus weicherem Material, damit beim Umfallen eher dieses Teil nachgibt als der Rahmen. Ob es krumm steht, lässt sich mit dem Auge nicht beurteilen. Dafür braucht es eine Ausrichtlehre, die gegen die Felge misst.

In die Werkstatt gehört die Sache auch dann, wenn die Züge ausgeschlagen sind oder die Hüllen Risse haben. Nabenschaltungen und elektronische Schaltgruppen werden ohnehin anders eingestellt als eine Kettenschaltung mit Zug – dort gibt es keine Rändelschraube, an der Du drehen könntest.

Warum Du damit nicht wochenlang weiterfahren solltest

Eine schlecht eingestellte Schaltung ist nicht nur ein Geräusch. Die Kette läuft schräg und unter Last über die Zahnflanken, und das verschleißt Kette und Kassette schneller als nötig. Beim E-Bike kommt die Motorunterstützung dazu, die dieselbe Fehlstellung mit deutlich mehr Kraft belastet.

Bei uns kostet der Bike-Service Standard 39 € und der E-Bike-Service ebenfalls 39 €, ein Softwareupdate am E-Bike zusätzlich 29 €. In der Regel ist das Rad innerhalb von 24 Stunden fertig. Dauert es länger, bekommst Du ein Leihrad. Ruf einfach an unter +43 664 243 28 18.

Daniel Oberländer

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Familienbetrieb in St. Stefan im Lavanttal, seit 1995. Wir verkaufen, warten und fahren selbst – die Beiträge entstehen aus dem, was bei uns täglich durch die Werkstatt und über die Hausrunden geht.

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Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0

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