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Gear-News

Ein Kettenschloss, das aussieht wie ein Strickseil

von Das Rad Oberländer4 min Lesezeit

Abus hat im Frühjahr 2026 ein Kettenschloss vorgestellt, das aussieht wie ein dickes Strickseil. Es heißt Yarnit, und unter der Textilhülle steckt eine gehärtete Stahlkette. Die naheliegende Frage lautet: Taugt so etwas als Schloss? Die Antwort hängt davon ab, wofür Du es einsetzt.

Was unter der Strickhülle steckt

Das Yarnit ist dreischichtig aufgebaut. Im Kern sitzt eine gehärtete Stahlkette. Darüber liegt eine Hybrid-Mittellage aus Textilfasern, in die ein Stahlseil eingebettet ist. Außen kommt eine Hülle aus Hightech-Fasern. Der Gesamtdurchmesser beträgt 24 Millimeter.

Gehärtet heißt, dass der Stahl wärmebehandelt wurde. Er setzt Werkzeug damit mehr entgegen als weicher Stahl. Die mittlere Lage ist der eigentlich ungewöhnliche Teil: Textilfasern mit einem Stahlseil darin, also eine zweite Materialart zwischen Kern und Außenhülle.

Die Textilhülle hat noch einen Effekt, der im Alltag zählt. Sie liegt zwischen Kette und Lack und dämpft das Geräusch, das eine blanke Kette macht. Und weil eine Kette flexibel ist, lässt sie sich zum Mitnehmen um den Rahmen legen oder in die Tasche rollen – anders als ein starrer Bügel.

Drei Längen, vier Farben, ein Automatikschloss

Das Yarnit gibt es in 85, 110 und 140 Zentimetern. Welche Länge Du brauchst, hängt daran, was Du mit einschließen willst. Je dicker der Pfosten oder Bügel und je mehr vom Rad Du mit erfassen möchtest, desto länger muss das Schloss sein. In der mittleren Länge stehen vier Farben zur Wahl: Black, Denim Blue, Sand Stone und Midnight Purple.

Das Schloss verriegelt automatisch, sobald Du es zudrückst. Den Schlüssel brauchst Du nur zum Aufsperren. Das klingt nach einer Kleinigkeit, macht aber den Unterschied, ob Du im Regen noch einmal die Handschuhe ausziehst oder nicht. Der Zylinder ist pickinggeschützt – Picking bezeichnet das Öffnen eines Schlosses mit feinem Werkzeug, ohne passenden Schlüssel.

Wofür es gedacht ist – und wofür nicht

Abus ordnet das Yarnit selbst klar ein: gedacht für kurze Stopps im urbanen Alltag, ausdrücklich nicht als Hochsicherheitslösung für das Langzeitabstellen. Wer sein Rad länger unbeaufsichtigt stehen lässt, braucht laut Hersteller ein schwereres Schloss.

Beim Diebstahlschutz gibt es keine Abkürzung. Masse und Material kosten Zeit, und Zeit ist das, was einen Dieb wirklich stört. Ein Schloss für den Bäckerstopp ist etwas anderes als ein Schloss für die Nacht am Bahnhof. Beides kann man haben, nur eben nicht im selben Produkt.

In der Praxis läuft es bei vielen auf zwei Schlösser hinaus. Ein leichtes, das immer am Rad oder im Rucksack ist, und ein schweres für die Stellen, an denen das Rad länger steht. Wer nur eines kaufen will, sollte sich vorher überlegen, welcher der beiden Fälle bei ihm häufiger vorkommt.

Das beste Schloss ist das, das Du tatsächlich mitnimmst – und das an etwas hängt, das sich nicht wegtragen lässt.

Was beim Absperren mehr bringt als die Wahl des Modells

Ein Schloss wirkt nur zusammen mit dem, woran es hängt. Ein Rad, das nur in sich selbst abgesperrt ist, lässt sich wegtragen. Schließ es deshalb an einen fest verankerten Gegenstand an und nimm den Rahmen mit ins Schloss, nicht nur ein Laufrad.

Zwei Dinge kosten nichts und helfen trotzdem. Notier Dir die Rahmennummer Deines Rads und mach ein Foto davon. Und wenn Du ein E-Bike fährst, nimm den Akku mit oder versperr ihn, sobald das Rad länger steht.

Lohnt sich ein Schloss im Strick-Look?

Wenn Du Dein Rad im Alltag mehrmals täglich kurz abstellst und ein Schloss suchst, das Dich dabei nicht stört, ist das Yarnit einen Blick wert. Steht Dein Rad dagegen regelmäßig stundenlang oder über Nacht im Freien, brauchst Du zusätzlich etwas Schwereres. Das sagt Abus selbst, und wir sagen es Dir genauso.

Welche Länge und welche Schlossart sinnvoll sind, hängt davon ab, wo Du Dein Rad tatsächlich abstellst. Das klären wir schneller im Gespräch als über eine Produktseite. Ruf uns an unter +43 664 243 28 18 oder komm im Grenzweg 11 in St. Stefan im Lavanttal vorbei.

Daniel Oberländer

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Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0

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