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Gear-News

SRAM Force und Rival AXS erben die Technik der Red

von Das Rad Oberländer4 min Lesezeit

SRAM hat Force und Rival AXS überarbeitet und beide Gruppen dabei näher an die teure Red AXS gerückt. Vorgestellt wurde das am 17. Juni 2025, seitdem sind die Teile im Handel. Wenn Du gerade ein Rennrad oder ein Gravelbike aussuchst, landest Du im mittleren Preisbereich fast zwangsläufig bei einer der beiden. Deshalb lohnt es sich zu wissen, was sie unterscheidet.

Was sich unter Deinen Händen ändert

Die auffälligste Neuerung sind die Griffhauben, im Fachjargon Hoods. Sie bauen niedriger und länger als bisher. Dazu lässt sich die Hebelweite leichter an die Handgröße anpassen. Hebelweite ist der Abstand zwischen Bremshebel und Lenker im Ruhezustand. Das klingt nach einer Kleinigkeit, ist aber die Stelle, an der Deine Hände auf einer langen Ausfahrt fast durchgehend liegen.

Bei den Bremsen nennt SRAM Zahlen: 80 Prozent weniger Kraftaufwand im Obergriff und 33 Prozent weniger im Untergriff, jeweils gegenüber der Vorgängergeneration. Das sind Herstellerangaben, nachprüfen lässt sich das am besten am Rad selbst. Die Richtung ist trotzdem eindeutig und für kleinere Hände und lange Abfahrten die relevantere Änderung als jedes eingesparte Gramm.

Force oder Rival – wo der Unterschied liegt

Technisch trennt die beiden weniger, als der Preisunterschied vermuten lässt. Force hat programmierbare Bonus-Buttons, über die sich per ANT+ verbundene Geräte steuern lassen. Rival hat sie nicht. Und Force ist leichter. Die folgenden Zahlen stammen aus dem Bericht von BikeX zur Vorstellung. 2x steht dabei für zwei Kettenblätter vorne.

  • Force AXS Road 2x: 2.423 Euro ohne Powermeter, 2.823 Euro mit; 2.959 beziehungsweise 2.776 Gramm
  • Rival AXS Road 2x: 1.765 Euro ohne Powermeter, 1.925 Euro mit; 3.206 beziehungsweise 2.993 Gramm
  • Force AXS XPLR 1x: 2.135 Euro ohne Powermeter, 2.345 Euro mit; 2.770 beziehungsweise 2.686 Gramm
  • Rival AXS XPLR 1x: 1.560 Euro ohne Powermeter, 1.740 Euro mit; 2.984 beziehungsweise 2.961 Gramm

Auf der Straße liegen zwischen Force und Rival damit rund 250 Gramm und gut 600 Euro. Was eine Gruppe am fertigen Rad ausmacht, ist eine andere Rechnung. Da entscheidet der Radhersteller mit, was er sonst noch verbaut.

Zwischen Force und Rival liegen im Wesentlichen rund zweihundertfünfzig Gramm und die programmierbaren Zusatzknöpfe.

Was am Antrieb sonst noch neu ist

Der Umwerfer ist neu. Er ist das Teil, das die Kette vorne zwischen den Kettenblättern verschiebt, und hat jetzt einen schlankeren Schaltkäfig und eine gerade Kettenführung. Am Schaltwerk sitzen größere Schaltröllchen, also die beiden kleinen Zahnräder, über die die Kette unten läuft.

Wichtig für alle, die schon ein AXS-Rad fahren: Die neuen Gruppen sind abwärtskompatibel mit früheren AXS-Generationen. Du musst also nicht alles auf einmal tauschen. Was sich im Einzelfall sinnvoll kombinieren lässt, sehen wir am Rad.

XPLR ist die Gravel-Variante

Für Gravel heißen die Gruppen XPLR. Sie setzen ausschließlich auf 1-fach, also ein Kettenblatt vorne. Die gesamte Bandbreite kommt damit von der Kassette hinten. Das spart den Umwerfer und einen Hebel am Lenker, macht die Bedienung einfacher und die Abstufung zwischen den Gängen größer.

Dazu nutzt XPLR den UDH-Standard, ein separates Schaltauge entfällt. Das Schaltauge ist das kleine Zwischenstück zwischen Rahmen und Schaltwerk, das bei einem Sturz nachgibt, damit der Rahmen heil bleibt. Für die Werkstatt heißt der Wegfall: ein markenspezifisches Ersatzteil weniger, das beschafft werden muss.

Welche Gruppe an Dein nächstes Rad gehört

Wenn Du das Rad als Sportgerät nutzt, Trainingsdaten aufzeichnest und Dein Cockpit über die Bonus-Buttons steuern willst, ist Force die Gruppe mit dem größeren Funktionsumfang. Wenn Du in erster Linie fahren willst, bekommst Du mit Rival dieselbe Bedienlogik, dieselbe Hebelform und dieselbe Bremsentechnik für deutlich weniger Geld und zahlst das mit rund zweihundertfünfzig Gramm.

Ehrlich gesagt entscheidet in dieser Preisklasse selten die Schaltgruppe darüber, ob Dir ein Rad taugt. Rahmen, Sitzposition und Laufräder machen im Alltag mehr aus. Die Gruppe ist zudem oft eine Folge der Radwahl und nicht ihr Ausgangspunkt, weil sie am fertigen Rad schon montiert ist.

Genau deshalb lohnt sich das Gespräch vor dem Kauf. Wenn die Hebel nicht zu Deinen Händen passen, nützt Dir die teurere Gruppe nichts. Das lässt sich am Rad einstellen, und beim Bikefitting mit Laservermessung reden wir ohnehin über Deine Sitzposition. Ruf an unter +43 664 243 28 18 oder komm zu uns nach St. Stefan im Lavanttal, dann sortieren wir das gemeinsam.

Daniel Oberländer

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Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0

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