Shimano hat die Deore XT elektronisch gemacht. Die neue Gruppe M8200 schaltet kabellos, ohne Zug vom Hebel zum Schaltwerk. Wenn Du gerade ein neues Mountainbike oder E-Mountainbike suchst, stellt sich die Frage „mechanisch oder elektronisch“ damit mitten im Sortiment. Hier steht, was dahintersteckt und wann die mechanische Gruppe die bessere Wahl bleibt.
Was kabellos am Schaltwerk tatsächlich heißt
Das Schaltwerk heißt RD-M8250 und arbeitet im 1×12-System. Das bedeutet: ein Kettenblatt vorne, zwölf Ritzel hinten. Der Akku sitzt im Schaltwerk selbst, ein Kabel zum Rahmen gibt es nicht. Der Hebel am Lenker funkt, das Schaltwerk führt aus.
Im Alltag merkst Du das an zwei Stellen. Im Rahmen liegt eine Leitung weniger. Und am Hebel brauchst Du keine Handkraft mehr gegen die Federspannung des Schaltwerks. Ein kurzer Druck reicht. Wer lange Abfahrten fährt oder mit kalten Fingern unterwegs ist, weiß, was das wert ist.
Zwei Käfiglängen für zwei Einsatzbereiche
Den RD-M8250 gibt es in zwei Ausführungen. Der Langkäfig nimmt Kassetten bis 10-51 auf, der Mittelkäfig bis 9-45. Die Zahlen stehen für das kleinste und das größte Ritzel. 51 Zähne hinten sind der Rettungsgang am steilen Stück, 9 Zähne sind die schnelle Seite für flaches Gelände.
Der Unterschied zwischen den beiden ist also nicht nur eine Frage der Länge, sondern der Bandbreite, die das Schaltwerk überhaupt verarbeiten kann. Wer viel im Steilen unterwegs ist, will den großen Rettungsgang. Wer auf flacheren Runden fährt, hat von einem 9er-Ritzel mehr.
Welche Variante passt, entscheidet trotzdem nicht der Geschmack, sondern der Rahmen und die Kassette, die schon montiert ist. Das schaut man sich am besten am konkreten Rad an.
Am E-Mountainbike hängt das Schaltwerk am großen Akku
Für E-Bikes gibt es eine eigene Variante, den RD-M8260. Der zieht seinen Strom aus dem Antriebsakku des E-Bikes. Du hast also keinen zweiten, kleinen Akku, an den Du denken musst. Solange der Hauptakku Strom hat, schaltet das Rad.
Zur Gruppe gehört mehr als das Schaltwerk
Neu sind auch die Bremshebel. Sie haben eine andere Ergonomie, die Shimano Ergo Flow nennt, und im System arbeitet eine neue Mineralölmischung. Die Kurbeln gibt es mit Kettenblättern von 28 bis 36 Zähnen. Dazu kommen die Laufräder WH-M8200 in 27,5 und 29 Zoll mit 30 Millimeter Innenmaulweite. Die Innenmaulweite ist der Abstand zwischen den Felgenflanken. Sie bestimmt mit, wie breit ein Reifen auf der Felge aufbaut und wie er sich in der Kurve verhält.
Laut Velomotion sind die Komponenten bereits im Handel, und komplette Räder werden mit der Gruppe ausgeliefert.
Elektronisch schalten ändert nichts an Deiner Übersetzung. Es ändert, wie viel Kraft und Aufmerksamkeit ein Gangwechsel kostet.
Mechanisch oder elektronisch – was passt zu Dir?
Eine mechanische Schaltung hat ein Argument, das bleibt: Ein Schaltzug lässt sich überall tauschen, und ohne Strom fährt sie auch. Wenn Dein Rad vor allem am Wochenende auf Forstwegen unterwegs ist, tut die mechanische Deore XT weiter genau das, was sie soll.
Elektronisch wird interessant, wenn Du viel fährst, wenn Dir Handkraft am Hebel fehlt oder wenn Du ohnehin ein E-Mountainbike fährst. Am E-Bike entfällt mit dem RD-M8260 sogar das Nachladen eines zweiten Akkus. Und im Rahmen liegt eine Leitung weniger, die verlegt, gekürzt und irgendwann getauscht werden muss.
Was wir Dir nicht abnehmen können, ist der Vergleich am eigenen Rad. Am ehesten merkst Du den Unterschied auf einer Probefahrt. Ruf einfach an unter +43 664 243 28 18, dann schauen wir, was wir Dir zum Ausprobieren herrichten können.




