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Trails & Routen

Nassfeld und Turracher Höhe: zwei Pässe, vier Auffahrten

von Das Rad Oberländer3 min Lesezeit

Diese beiden Pässe stehen auf vielen Kärntner Wunschlisten. Das Nassfeld ist eine gleichmäßige Rampe an die italienische Grenze. Die Turracher Höhe ist kürzer und hat dafür eine Passage, über die jeder spricht, der sie gefahren ist. Beides sind keine Feierabendziele – von uns aus liegen sie zwei bis drei Autostunden entfernt.

Deine Tour im Überblick

Tröpolach oder Pontebba (Nassfeld)

Alle Eckdaten zur Strecke auf einen Blick.

  • Strecke

    8 bis 20km

    je nach Auffahrt

  • Höhenmeter

    701 bis 969hm

    je nach Auffahrt

Startpunkt

Tröpolach oder Pontebba (Nassfeld), Ebene Reichenau oder Predlitz-Turrach (Turracher Höhe)

47,07189 N, 13,90858 O

In Karten öffnen

Saison

laut Befahrungsstatistik überwiegend Juni bis September

Gut zu wissen

Südanfahrt zur Turracher Höhe mit bis zu 23 Prozent über rund 500 Meter. Ob die Passstraßen offen sind, vor der Abreise bei Straßenverwaltung und Tourismusbüro prüfen.

Nassfeld: zwei Seiten, zwei Straßen

Der Nassfeldpass liegt auf 1.530 Metern an der Grenze zwischen Kärnten und Friaul. Von Norden, ab Tröpolach, sind es 12 Kilometer mit 930 Höhenmetern, im Schnitt 7,8 Prozent. Die Straße ist breit und gut ausgebaut. Dafür ist wegen des Skigebiets mehr Verkehr unterwegs. Die Südanfahrt ab Pontebba ist mit 13,4 Kilometern und 969 Höhenmetern etwas länger und mit 7,2 Prozent geringfügig flacher. Sie ist zumeist einspurig, für Lkw gesperrt und hat kaum Verkehr. Dafür wird sie mit einigen Schlaglöchern beschrieben. Zwei Auffahrten auf denselben Punkt, zwei ziemlich verschiedene Stunden.

Turracher Höhe: 500 Meter, die den Unterschied machen

Die Turracher Höhe liegt auf 1.763 Metern an der Grenze zwischen Kärnten und der Steiermark. Die Südanfahrt von Ebene Reichenau beziehungsweise Rottrasten ist mit 8 Kilometern und 701 Höhenmetern kurz. Der Schnitt liegt bei 8,8 Prozent, das Maximum bei 23 Prozent über rund 500 Meter. Diese 500 Meter sind der Grund für den Ruf dieser Auffahrt. Von Norden, ab Predlitz-Turrach, sieht die Sache anders aus: 20 Kilometer, 747 Höhenmeter, 3,7 Prozent im Schnitt, maximal 12 Prozent und angenehm wenig Verkehr. Dieselbe Passhöhe, ein völlig anderer Tag.

Was die Prozentzahlen für Dein Rad bedeuten

Ein Schnitt von 7 bis 8 Prozent über zwölf Kilometer ist eine Frage der Ausdauer. 23 Prozent sind eine Frage der Übersetzung. Wer an dieser Stelle keinen ausreichend leichten Gang hat, steigt ab. Kraft gleicht das nur begrenzt aus. Wir sehen uns vor so einem Vorhaben Kurbel und Kassette an und rechnen durch, welcher kleinste Gang am Ende übrig bleibt. Das ist ein Gespräch von zehn Minuten, und es entscheidet über den Tag. Wer die Höhenmeter grundsätzlich fahren will, aber an einer solchen Rampe nicht scheitern möchte, hat mit einem E-Rennrad die zweite Möglichkeit.

Welche Auffahrt zu Dir passt

Die vier dokumentierten Auffahrten decken ein breites Feld ab. Am kürzesten ist die Südseite der Turracher Höhe mit 8 Kilometern, und sie ist zugleich die steilste. Am längsten und flachsten ist die Nordseite ab Predlitz-Turrach mit 20 Kilometern und 3,7 Prozent. Dazwischen liegen die beiden Nassfeld-Rampen, die sich mit 7,8 und 7,2 Prozent kaum unterscheiden, im Charakter aber schon: breite Straße mit mehr Verkehr auf der einen Seite, schmale und ruhige Straße mit Schlaglöchern auf der anderen. Wenn Du zum ersten Mal in dieser Gegend fährst, ist die Nordseite der Turracher Höhe der freundlichste Einstieg. Die Steilpassage im Süden nimmst Du Dir vor, wenn Du weißt, was Dein kleinster Gang kann.

Am Nassfeld brauchst Du vor allem Ausdauer, an der Turracher Höhe die richtige Übersetzung.

Planung, Saison und die Abfahrt

Die Anfahrt gehört bei diesen beiden zur Planung dazu. Zwei bis drei Autostunden machen sie zum Wochenendziel. Wann gefahren wird, zeigt die Befahrungsstatistik der Passdatenbank: 85 bis 86 Prozent der erfassten Auffahrten liegen bei beiden Pässen zwischen Juni und September. Das ist ein Hinweis auf die übliche Saison, keine Zusage. Ob eine Passstraße an Deinem Termin offen und befahrbar ist, ändert sich kurzfristig, also sieh das vor der Abreise bei der zuständigen Straßenverwaltung und beim Tourismusbüro nach. Und denk an die Rückfahrt. Wer fast 1.000 Höhenmeter am Stück hinauffährt, fährt sie auch wieder hinunter. Das ist für Bremsen und Reifen eine andere Belastung als jede Runde im Lavanttal. Wir sehen uns Beläge, Bremsflüssigkeit und Reifen vor so einer Fahrt in der Werkstatt an.

Daniel Oberländer

Über uns

Das Rad Oberländer

Familienbetrieb in St. Stefan im Lavanttal, seit 1995. Wir verkaufen, warten und fahren selbst – die Beiträge entstehen aus dem, was bei uns täglich durch die Werkstatt und über die Hausrunden geht.

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Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0

Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0