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Bike-News

Wilier Rapida – Carbon-Rennrad ab 2.899 Euro

von Das Rad Oberländer3 min Lesezeit

Wilier hat sein Rennradprogramm nach unten erweitert. Das Rapida ist das neue Einstiegsmodell und liegt zwischen einem reinen Racer und einem Endurance-Rad. Auffällig ist weniger der Preis allein als das, was mitkommt: aerodynamisch geformte Rohre, ein Carbon-Cockpit aus einem Stück und Platz für 36 Millimeter breite Reifen.

Zwischen Racer und Tourenrad

Ein reinrassiger Racer stellt Dich tief und gestreckt aufs Rad. Das ist schnell und nach drei Stunden anstrengend. Ein Endurance-Rad setzt Dich aufrechter hin und fährt sich ruhiger, kostet dafür etwas Direktheit. Wilier positioniert das Rapida zwischen diesen beiden Auslegungen.

Für die meisten, die regelmäßig längere Runden fahren und keine Rennen bestreiten, ist das die ehrlichere Wahl. Ob die Geometrie zu Dir passt, entscheidet sich aber nicht am Datenblatt, sondern an Deiner Sitzposition. Rahmengröße, Sattelhöhe, Sattelposition und Lenkerhöhe hängen zusammen – bei uns wird das mit Laservermessung ermittelt.

Was NACA-Profile am Rahmen bedeuten

NACA-Profile sind genormte Tragflächenquerschnitte aus der Luftfahrt. Übertragen aufs Rad heißt das: Rohre, die im Querschnitt nicht rund, sondern tropfenförmig sind, damit die Luft sauberer abströmt. Wilier verwendet diese Form am Rahmen, an der Gabel und an der Sattelstütze.

Vorne sitzt ein Carbon-Monocoque-Cockpit, bei Wilier Z Bar Integrated genannt. Lenker und Vorbau sind also ein einziges Bauteil, die Züge und Leitungen laufen vollständig im Inneren. Das sieht aufgeräumt aus und ist der aerodynamisch sauberere Weg. Es hat aber eine Kehrseite, die man vor dem Kauf kennen sollte: Arbeiten an Zügen und Leitungen dauern bei vollintegrierter Verlegung länger, und die Lenkerbreite lässt sich später nicht mehr frei ändern. Beides ist kein Ausschlussgrund. Man entscheidet es besser bewusst als hinterher.

36 Millimeter Reifenfreiheit ändern, wo Du fahren kannst

Das Rapida nimmt Reifen bis 36 Millimeter Breite auf. Für ein Rennrad ist das viel. Mit 28 oder 30 Millimetern bleibst Du auf Asphalt. Ab etwa 32 Millimetern kannst Du einen Güterweg oder eine Schotterpassage mitnehmen, ohne dass daraus eine Mutprobe wird. Wer im Lavanttal Runden dreht, kennt die Straßen, die auf halber Strecke in Schotter übergehen. Genau dafür ist diese Reifenfreiheit gedacht.

Wo Du fahren kannst, hängt mehr an 36 Millimetern Reifenfreiheit als an jeder Rohrform.

Ausstattung, Größen und was offen bleibt

Zwei Varianten sind bekannt:

  • Shimano 105 mechanisch (R7120) für 2.899 Euro
  • Shimano 105 Di2 (R7150) für 3.999 Euro

Den Rahmen gibt es in sechs Größen von XS bis XXL. Verbaut sind ein UDH-Schaltauge und ein Press-Fit-Innenlager mit 86,5 Millimetern Breite. UDH steht für ein genormtes Schaltauge, das viele Hersteller gleich ausführen – das Ersatzteil ist dadurch leichter zu bekommen. Das Schaltauge ist die Stelle, die bei einem Sturz nachgeben soll, bevor der Rahmen Schaden nimmt. Press-Fit heißt, dass die Lager in den Rahmen gepresst statt geschraubt werden. Das braucht in der Werkstatt passendes Werkzeug, mehr nicht.

Ein offizielles Rahmengewicht liegt noch nicht vor. Sobald Wilier einen Wert herausgibt, tragen wir ihn nach.

Ist das Rapida Dein erstes Carbon-Rennrad?

Wenn Du von einem Alu-Rennrad kommst, ist der Unterschied spürbar – nicht nur beim Gewicht, sondern vor allem beim Komfort auf rauem Belag. Das Rapida ist dafür ein realistischer Startpunkt, weil es Merkmale mitbringt, die bei Wilier bisher weiter oben im Programm angesiedelt waren: die Profile, das integrierte Cockpit, die Reifenfreiheit.

Die wichtigere Frage bleibt trotzdem die Größe. Sechs Rahmengrößen klingen nach Auswahl, treffen aber nur dann, wenn Körperproportionen und Sitzposition dazu gemessen wurden. Der Unterschied zwischen einem Rad, das passt, und einem, das fast passt, zeigt sich nicht auf den ersten zehn Kilometern, sondern auf den letzten zwanzig. Wenn Du das vor dem Kauf klären willst, ruf uns an: +43 664 243 28 18.

Daniel Oberländer

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Familienbetrieb in St. Stefan im Lavanttal, seit 1995. Wir verkaufen, warten und fahren selbst – die Beiträge entstehen aus dem, was bei uns täglich durch die Werkstatt und über die Hausrunden geht.

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Kartendaten: Statistik Austria, CC BY 4.0

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