Cube hat im August 2026 das Modelljahr 2027 gezeigt. Darin steckt ein Modellname, den die Marke schon einmal geführt hat: Fritzz. Diesmal steht er für ein Enduro mit Carbon-Hauptrahmen und High-Pivot-Hinterbau. Der Einstiegspreis liegt bei 2.999 Euro – für diese Bauweise ist das ungewöhnlich wenig.
Was ein High-Pivot-Hinterbau anders macht
High Pivot heißt, dass der Hauptdrehpunkt des Hinterbaus deutlich höher sitzt als sonst. Das Hinterrad weicht beim Einfedern nicht nur nach oben aus, sondern auch nach hinten. Über eine Wurzel oder eine Stufe bewegt es sich damit eher aus dem Weg, statt dagegenzulaufen.
Dafür braucht es ein Bauteil mehr. Der hohe Drehpunkt würde beim Einfedern stark an der Kette zerren, deshalb läuft sie über eine Umlenkrolle oberhalb des Tretlagers. Genau das ist auch der Grund, warum die Bauweise lange selten geblieben ist. Der Aufbau ist aufwendiger, die zusätzliche Rolle kostet etwas Leichtlauf und macht im Antrieb ein Geräusch mehr. Bekannt war High Pivot bisher vor allem von teuren Spezialrädern.
An der Gabel stehen 170 Millimeter. Beim Federweg hinten weichen die Angaben in den Fachmedien voneinander ab, sie liegen bei rund 170 Millimetern. Für das Fahrgefühl zählen Dämpfer-Setup und Reifendruck ohnehin mehr als ein Unterschied von fünf Millimetern.
High Pivot ist kein Zauberwort – die Bauweise verschiebt nur, wohin das Hinterrad ausweicht.
Mullet ab Werk, volles 29 Zoll auf Wunsch
Serienmäßig fährt das Fritzz als Mullet – 29 Zoll vorne, 27,5 Zoll hinten. Das große Vorderrad rollt ruhiger über Kanten, das kleinere Hinterrad lässt in steilem Gelände mehr Luft zwischen Reifen und Fahrer. Wer lieber zweimal 29 Zoll will, tauscht die Ausfallenden. Die Geometrie bleibt dabei gleich.
Der Lenkwinkel lässt sich über drehbare Lagerschalen zwischen 63,8 und 64,4 Grad verstellen. Flach heißt ruhiger bergab, steiler heißt handlicher in engen Kehren. Dazu kommen ein Staufach im Rahmen und die Wahl zwischen integrierter und klassischer Zugverlegung. Entwickelt wurde die Plattform mit Input aus dem Cube-Rennteam.
Was die beiden Modelle kosten
Zwei Ausstattungen sind bisher bekannt:
- Fritzz TM ab 2.999 Euro als Einstieg
- Fritzz C:62 Super TM für 4.999 Euro als Topmodell
Für das Topmodell nennt Cube 17,2 Kilogramm. Eine Magazin-Messung in Rahmengröße XL kam auf 17,28 Kilogramm. Die beiden Angaben liegen also dicht beieinander, und das ist bei Gewichtsangaben nicht selbstverständlich.
Auch das Downhill-Rad bekommt den hohen Drehpunkt
Das Fritzz bleibt kein Einzelfall. Das Downhill-Modell TWO15 wechselt ebenfalls auf einen High-Pivot-Hinterbau, mit rund 200 Millimetern hinten und 203 Millimetern vorne. Es beginnt bei 3.999 Euro und wiegt 19,1 Kilogramm. Cube setzt die Bauweise also nicht nur an einer Stelle ein, sondern in beiden Abfahrtskategorien.
Lohnt es sich, auf das Fritzz zu warten?
Das hängt davon ab, was Du heute fährst. Wenn Dein Rad passt und die Federung sauber eingestellt ist, wirst Du vom hohen Drehpunkt allein nicht schneller. Fährst Du dagegen viel auf steinigen, ruppigen Abfahrten und denkst ohnehin über ein neues Enduro nach, dann ist das Fritzz der erste Grund, diese Bauweise überhaupt in die engere Wahl zu nehmen. Bisher war sie eine Frage des Budgets.
Zwei Dinge gehören ehrlich dazu. Die Umlenkrolle ist ein Teil mehr, das läuft und verschleißt – wer so ein Rad kauft, sollte vorher wissen, wo es serviciert wird. Ein Bike-Service kostet bei uns 39 Euro, in der Regel ist ein Rad innerhalb von 24 Stunden fertig, und sonst bekommst Du ein Leihrad. Und die abweichenden Federwegsangaben sind ein gutes Beispiel dafür, warum man ein Rad dieser Kategorie anschaut, statt sich auf Datenblätter im Netz zu verlassen. Ein Liefertermin für das Fritzz liegt noch nicht vor. Ruf uns an, dann sagen wir Dir, was wir wissen: +43 664 243 28 18.




